Altendonop

Altendonop Püllenberg
Vom Püllenberg bei Altendonop bietet sich den Wanderern ein idyllischer Blick über das Golddorf. Foto: Rüdiger Haase

In Lippes schönstem Dorf hat die intakte Nachbarschaft einen hohen Stellenwert

Blomberg-Altendonop. Was ist der Unterschied zwischen Rom und Altendonop? In die italienische Metropole führen viele Wege. Ins Golddorf hingegen gelangt man nur über eine einzige Straße: Die K89. Die geht vom benachbarten Donop ab und mündet in einer Gabelung landwirtschaftlicher Wirtschaftswege. Endstation Altendonop.

Info

  • Einwohnerzahl: 259
  • Größe: 4277618 Quadratmeter

Besonderheiten:

Wasserinteressengemeinschaft besteht seit 1936, derzeit 27 Mitglieder, die Altendonop mit Frischwasser beliefert und auch finanziell ausschließlich von Dorfbewohnern betrieben und erhalten wird, 1999 Golddorf, altendonop.de

Infrastruktur:

zwei landwirtschaftliche Vollerwerbsbetriebe – bei Landfrau Elisabeth Meier: Kaffeetrinken und Gästeführung durch die Donop-Dörfer; eine Praxis für Krankengymnastik, Festscheune, Dorfplatz.

Der Name „Straßendorf“ lässt alles andere als Idylle vermuten, doch gerade diese „Sackgassen-Situation“ ist es, die dem Dorf zu seinem Charme verhilft. Hier scheint die Welt noch in Ordnung, hier zählen Nachbarschaft und Dorfgemeinschaft noch. Genau das sind die Attribute, die das Leben in Altendonop so lebenswert machen, meint Ortsvorsteherin Elke Feldmann. Geselligkeit wird groß geschrieben. Doch auch wenn es darum geht, die Ärmel hochzukrempeln, sind die Bewohner nicht bange: Schnell und unbürokratisch laufen die Arbeitseinsätze ab. Beispiel: an nur einem Samstag errichteten viele Hände eine rund 300 Meter lange Wallhecke.

Wenige Tage später finden sich zahlreiche Freiwillige ein, die auf dem Gelände des ehemaligen Schlossteiches meterhohe Fichten entfernen – gelungener Auftakt der Renaturierungsmaßnahme. Mit von der Partie auch zwei Neubürger, die ihr eigenes Domizil in Altendonop noch gar nicht bezogen haben: „Wir sind hier sehr herzlich aufgenommen worden. Die Nachbarn haben sofort ihre Hilfe angeboten“, erzählt die junge Frau. Noch wohnt sie in Lemgo, freut sich aber schon auf das dörfliche Leben: „Und der Arbeitseinsatz ist doch ein prima Anlass, sich kennen zu lernen.“

Fachwerkhaus Altendonop
Schmuckstück: Fachwerkhäuser wie dies der Familie Feldmann und gepflegte Gärten sind Pfunde, mit denen Altendonop wuchern kann. Foto: Rüdiger Haase

Eine Kiste Bier ist die kleinste Belohnung, die die engagierten Bürger für ihre Mühen erhalten. Der erste Platz beim Kreiswettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“ im vergangenen Jahr war – nach einer Silbermedaille 1997 – bislang die größte. Und vielleicht lässt sich das Ergebnis im Landeswettbewerb ja noch toppen. In jedem Falle sind aber auch die Erfolge auf Kreisebene schon Ansporn für viele weitere Aktivitäten: Neben verschiedenen Heckenprojekten auch die Errichtung eines Dorfplatzes und der Umbau der Feldmannschen Scheune, finanziell unterstützt mit 35000 Mark aus dem Dorferneuerungs Topf.

Hier wurde 1999 der Kreissieg gefeiert, hier findet in Zukunft alle zwei Jahre ein „großes“ Dorffest statt. Die Altendonoper kochen ihr eigenes Süppchen, orientieren sich aber auch in vielen Bereichen am „großen Nachbarn“: Friedhof, Kirche, Kindergarten, Gaststätte und Geschäft – das alles befindet sich in Donop. Ebenso wie die Vereine – egal ob Fußballspieler, Sänger oder Feuerwehrmann, die Altendonoper sind mit von der Partie. Das kommt vor allem auch den Neu-Altendonopern zugute. Denn das Neubaugebiet, dem die Altendonoper einen Bevölkerungszuwachs von mehr als 20 Prozent zu verdanken haben, grenzt unmittelbar an Donop. Was natürlich nicht heißt, dass sich die Altendonoper nicht um „ihre“ Bürger bemühen: Eine Streuobstwiese verbindet das Neubaugebiet mit dem alten Ortskern,jeder Bauherr kann die Patenschaft eines Baumes übernehmen.

Und wer sein Obst „verflüssigen“ möchte, bedient sich der „Dorf-Mostpresse“. Die steht in der Feldmannschen Küche auf Abruf bereit – sowohl für Einzelaktionen als auch für die Weinzubereitung in großer Gesellschaft – 120 Liter Apfelwein und ein „Spätburgunder Südfassade 1997“ sind der delikate Beweis dafür, dass der Weg in die Dorfmitte durchaus lohnt.

Dieser Artikel wurde mit freundlicher Genehmigung von der Lippischen Landes-Zeitung im Jahre 2000 übernommen und 2008 aktualisiert.

Zum Schluss noch ein paar Stichworte zum Ortsteil.