
In Donop fühlen sich Menschen, Störche, Eisvogel und Wasseramsel wohl
Blomberg-Donop. Vor gut zehn Jahren schlossen die Donoper einen Bund mit dem Weißstorch, dem „Vogel des Jahres 1989“. Dieser Schritt blieb nicht ohne Folgen. „Das hat sich so gut bewährt, dass wir vor zwei Jahren (1998, die Redaktion) einen Kindergarten bauen mussten“, erzählt Ortsvorsteher Helmut Lehmann mit einem Augenzwinkern.
Wenn auch nicht in dieser fabelhaften Weise – der Einzug der Störche hatte durchaus Frucht bringenden Einfluss auf das Leben in Donop. 1988 beschlossen die Bewohner, ihr Dorf Storchengerecht zu gestalten. Heinz Brakemeier, Leiter der Aktionsgemeinschaft „Storch und Umwelt“: „Wenn sich der Storch wohl fühlt, ist das ein Zeichen für eine heile Umwelt“.
Die Donoper pachteten eine Wiese, die sie zur Feuchtwiese machten, förderten den Erhalt von Teichen und Tümpeln und setzten Storchennester. Die ersten zwei Storchenpaare hielten 1989 Einzug. Seitdem sind Jungstörche vom Donoper Horst aus in die weite Welt gezogen. Die Donoper freuen sich immer, wenn sie vom zentralen Storchenregister auf Helgoland Nachricht über einen „ihrer“ Störche erhalten. „Einer brütet in Schleswig-Holstein und einer ist an der Weser ansässig geworden“, weiß Brakemeier. Aber nicht nur die Störche fühlen sich wohl im Ort, seit die Donoper sich für die Umwelt stark machen.
Storchenparadies auf dem Dach des Hauses Frevert.
Besonders stolz sind die Donoper darauf, dass sich sowohl ein Eisvogel als auch eine Wasseramsel ihren Ort zum Brüten ausgesucht haben. Die Bedingungen dafür schafft, mit viel Engagement, die Aktionsgemeinschaft: Wettbewerbe für den schönsten naturnahen Gartenteich haben sie ausgeschrieben, regelmäßig findet ein „Dorfputz“ statt, werden Kopfweiden gestutzt und Hecken fachgerecht geschnitten. Naturnah – ja, aber „hinterm Berg“ ist Donop darum noch lange nicht. Handwerk und Gewerbe sind äußerst aktiv: Mehr als 250 Menschen haben ihre Arbeitsplätze im Dorf.
Außerdem gibt es ein reges Vereinsleben, das – so berichtet Lehmann – sehr vom Bau des Dorfgemeinschaftshauses profitiert habe. 1989 wurde die alte Schule zum Gemeinschaftshaus umgebaut. Hier findet alles statt – von Bürgerversammlungen bis zum legendären „Storchenkarneval“. Dorfgemeinschaftshaus, Kirche, Sportplatz und Dorfkneipe bilden ein kompaktes und belebtes Ortszentrum.Was so schön daran ist, in Donop zu leben, wissen Helmut Lehmann und Heinz Brakemeier genau: Die Menschen verstehen sich – ganz gleich ob sie aus Gehrenberg, Kirchdonop, Hagendonop oder Lüdershof stammen. Brakemeier: „Hier hilft jeder jedem, und das ist das Schöne“. Und Sinn für Humor haben sie auch, die Donoper. Das zeigt eine Legende, die sich um den Namen „Donop“ rankt: Danach soll ein tapferer Recke aus dem Geschlecht derer von Donop seinen Mitstreitern bei der Erstürmung einer Burg ein aufmunterndes „;donup“ („da hinauf“) zugerufen haben.
Zumindest die Sturmleiter im Wappen der Familie von Donop, die übrigens längst nicht mehr im Ort ansässig ist, spricht für die Geschichte. Vielleicht hängt der Name aber doch eher mit dem Bach „Donope“, dem früheren Wort für „Dombach“, zusammen. Ein Hinweis auf die alte Kirche, die 1246 zum ersten Mal urkundlich erwähnt wurde, und die bis heute ein reichhaltiges Gemeindeleben aufzuweisen hat: Krabbelgruppen, Jugendkreise, Blockflötenkinder, Posaunenbläser und viele andere Menschen fühlen sich unter ihrem Dach Zuhause. „Wir haben schöne Wanderwege und viel frische Luft“, legt Brakemeier allen ans Herz, die Donop einmal besuchen wollen. Verfehlen können sie den Ort auf keinen Fall: Als einziger Ort in Lippe hat Donop den Schnittpunkt eines Längen- und Breitengrades aufzuweisen. 9° östlicher Länge, 52° nördlicher Breite.
Hier lässt es sich Verweilen: Donop hat viele schöne Ecken, die sich etwas verstecken.
Info
- Einwohnerzahl: 597
- Größe: 5257483 Quadratmeter
Besonderheiten:
- Storchwiese, auf der zurzeit 10 frei fliegende Weißstörche leben
- einziger Ort in Lippe, an dem sich eine Längen- und ein Breitengrad schneiden
- Romanische Kirche aus dem 13. Jahrhundert
Infrastruktur
Dorfgemeinschaftshaus, sechs landwirtschaftliche Vollerwerbsbetriebe, drei Nebenerwerbsbetriebe, Lebensmittelgeschäft mit Bio-Bäckerei, Elektro-Sanitär-Installationsgeschäft, Autohaus, Landmaschinenhandel, Bank, Versicherungsagentur, Gaststätte, Fußpflege, Massagepraxis, Apparatementhotel mit Weinstube, Kunststoff verarbeitender Betrieb, Auslieferungslager für Schrauben und Beschläge, Tischlerei, Schmiede, Metall verarbeitender Betrieb, Kindertagesstätte, 1 Spielplatz, Friedhof
Vereine
Arbeitkreis für Dorferneuerung, Aktionsgemeinschaft „Storch und Umwelt“, Nabu-Ortsgruppe, Sportverein, Männergesangverein, Feuerwehr-Löschgruppe, Reiterverein, Taubenzuchtverein, Akkordeongruppe, kirchlicher Posaunenchor
Dieser Artikel wurde mit freundlicher Genehmigung von der Lippischen Landes-Zeitung im Jahre 2000 übernommen und 2008 aktualisiert.
Zum Schluss noch ein paar Stichworte zum Ortsteil.


