Eschenbruch

Hinterm Wald, aber nicht hinterm Mond

Blomberg-Eschenbruch. Für Pferdenarren ist Eschenbruch ein Himmelreich. Hier kommt auf jeden vierten Einwohner ein Pferd – theoretisch. Praktisch sieht es so aus, dass auch viele Auswärtige hier ihre Vierbeiner untergestellt haben.

Das malerische Dorf blickt weit ins niedersächsische Hinterland. Als Hinterwäldler kann man die Bewohner aber weiß Gott nicht bezeichnen, auch wenn der Ort von Blomberg aus hinterm Wald liegt. Vielleicht hat eben diese Lage die Eschenbrucher zusammengeschweißt.

Eschenbruch
Foto: Rüdiger Haase

Wie sehr, das war bei der 650-Jahr-Feier in 2000 zu sehen, für die Vereine und Bürger ein gewaltiges Programm auf die Beine gestellt hatten. Auch eine Dorfchronik wurde zu diesem Anlass aufgelegt. Die erste urkundliche Erwähnung fand „Hiddenhausen“ 1350, als Graf Heinrich von Schwalenberg an den Edelherrn Otto zur Lippe die Ortschaft Hiddenhausen verkaufte. Doch der Ort diente schon vorher als Siedlung, wie mittelalterliche Funde beweisen. Die Ausgrabungsarbeiten laufen noch. Mitarbeiter des Lippischen Landesmuseums in Detmold fanden auf dem alten Friedhof Gräber aus Steinplatten samt Kinder- und Erwachsenenskeletten aus dem 10. bis 14. Jahrhundert.Ein Teil der Eschenbrucher Vereinsaktivitäten findet in der ehemaligen Gaststätte Sprute statt, für die Schützen-, Gesang- und Heimatverein 1993 eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts gründeten, in der die Nutzung des Gebäudes geregelt ist. Bisher steckten die Aktiven 5000 Arbeitsstunden in die Renovierung der Fassade, des Saales und mehr. Wer Vereinsmitglied ist, der kann sich hier auch seinen Traum von einer Hochzeit erfüllen. Das Gelände um die Kixmühle, heute nur noch ein Wohnhaus, ist beliebtes Ziel von Spaziergängern. Wesentlich öfter wird jedoch auf dem Luftgewehrschießstand ins Schwarze geschossen. Auch junge Leute zieht es zu den Schützen. In der ehemaligen Schule treffen sich die unterschiedlichsten Gruppen: Die Jugend hat sich einen eigenen Raum unterm Dach ausgebaut, und die Krabbelgruppe lässt hier die Kinder Erfahrungen sammeln. Der Frauenkreis hat ein Zuhause gefunden, wie auch Gesang regelmäßig aus den Räumen schallt. Kurz vor Toresschluss wurde die Auflösung der aktiven Freiwilligen Feuerwehr abgewendet.

Eine Kooperation mit der Hagener Wehr sorgt dafür, dass im Notfall mit der Hilfe aus Niedersachsen Brände schnell gelöscht werden.

Der Eichenkamp ist fast gänzlich bebaut, er wird nur noch um wenige Bauplätze verlängert. Dann ist aber Schluss. Ein neues Wohngebiet steht nicht zur Verfügung. Die 2,4 Kilometer nach Hagen sind leichter zu bewältigen als nach Blomberg. Auch gibt es nur wenige Busverbindungen. Ohne Auto ist für einen Eschenbrucher die Verbindung zur Außenwelt fast gekappt. Leider erlebte auch der Tourismus in Eschenbruch nicht den erhofften Aufschwung. Doch es gibt noch einige Gästebetten im Ort. Die, die hierin liegen, genießen tagsüber die idyllischen Spazierwege durch Wald und Flur, ebenso wie viele Einwohner. Und wie die Reiter, die auch mal beim Verlassen der Reitwege gesichtet werden und dafür so manchen ärgerlichen Blick ernten.

Info

  • Einwohnerzahl: 518
  • Größe: 7548428 Quadratmeter

Besonderheiten

  • Ausgrabungen zur Ortsgeschichte
  • Ortsausbreitung über drei Kilometer
  • Dorfteich

Infrastruktur

Entsorgungsbetrieb, zwei Pensionen, zwei Betriebe mit Ferienappartements, Tierarztpraxis, Gaststätte mit Kegelbahn, Nachtlokal, Festplatz, Bolzplatz, GbR-Vereinsheim, Haus des Gastes, zwei Reithallen, sieben Vollerwerbslandwirte, Kapelle

Vereine

MGV „Liedertafel“, Heimat- und Verkehrsverein, Reit- und Fahrverein „Hubertus“, Freiwillige Feuerwehr, sowie Damengymnastik-, Jugend-, und Damenschießgruppe, Fußballspielgemeinschaft, Frauenkreis, Seniorenclub

Dieser Artikel wurde mit freundlicher Genehmigung von der Lippischen Landes-Zeitung im Jahre 2000 übernommen und 2008 aktualisiert.

Zum Schluss noch ein paar Stichworte zum Ortsteil.