
- Foto: Rüdiger Haase
Neues Reich für Moderlieschen
Blomberg-Großenmarpe. Arbeiten und Wohnen in einem Ort – in Großenmarpe ist die Vision moderner Stadtplaner Wirklichkeit. Zahlreiche Betriebe sind hier heimisch; eine reiche Vereinslandschaft prägt das Dorfgeschehen.
Und auch die Infrastruktur ist im Großen und Ganzen intakt. Durch die Ortsumgehung wurden vorher stark befahrene Straßen entlastet. Kinder können zu Fuß in die Grundschule gehen. Viele Bewohner wünschen sich allerdings ein Lebensmittelgeschäft. Gespräche mit einem Anbieter laufen bereits seit Jahren. Im Jahr 2000 nimmt Großenmarpe am Landeswettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“ teil, gute Plätze beim Kreiswettbewerb, sogar ein erster im Jahr 1991, sind Beweis für rege Aktivitäten. So gehen die Anlage des Kunstrasensportplatzes, Bau und Sanierung des Sporthauses, die Renovierung des Saales im Gasthof Marpetal und viele Pflanzungen auf Initiative der Vereine zurück. Zur Begrünung von Fassaden pflanzten die Bürger in den vergangenen zwölf Jahren zahlreiche Kletterpflanzen an öffentlichen und privaten Gebäuden. Ähnliches gilt für mehr als 15000 Bäume und Sträucher. Die Anlage von Obstwiesen und Hecken vervollständigen das grüne Bild. Ständige Unterhaltungsmaßnahmen sichern Wegränder und Uferstreifen. Und auch in diesem Jahr wollten die Bewohner nicht untätig sein: Der 1988 im Rahmen einer Dorferneuerungsmaßnahme geschaffene Dorfteich wurde von Grund auf saniert. Neben Wasserpflanzen fanden alte Fischarten wie Bitterlinge und Modderlieschen eine neue Heimat. Eine Solaranlage hält die Pumpe in Gang.

- Idylle pur: Rings um den Ortskern von Großenmarpe erstrecken sich Wiesen und Weiden. Foto: Rüdiger Haase
Idylle pur: Rings um den Ortskern von Großenmarpe erstrecken sich Wiesen und Weiden.
Weil die Organisation der Pflegeaktivitäten sehr zeitaufwändig war, so erklärt Ortsvorsteher Erhard Oerder, habe die Stadt mit der Dorfgemeinschaft Betreuungspatenschaften abgeschlossen. Sie regeln die Pflege von Gehölzen, Beeten, von Ruhebänken und Buswartehäuschen durch bestimmte Vereine. „Wir wohnen zusammen in einem Dorf. Da kann man auch etwas machen, ohne Geld dafür zu bekommen“, findet Erhard Oerder.
Geselligkeit wird in Großenmarpe großgeschrieben. Neben dem Schützenfest treffen sich die Bewohner beim jährlichen Sportfest. Hier nehmen verschiedene Mannschaften an lustigen Vergleichsspielen teil. Gesangverein und die Marpetaler Blaskapelle laden die Bevölkerung regelmäßig zu Konzerten ein. Wer sich jedoch für die Geschichte des Ortes interessiert, sucht vergebens. Eine Orts-Chronik wartet noch darauf, aus der Taufe gehoben zu werden. Bekannt ist allerdings, dass der Ort seit 1473 über eine im gotischen Stil errichtete Kapelle verfügte, die gegen den Protest vieler Bewohner 1906 abgebrochen und durch den heutigen Uhrenturm ersetzt wurde. Lediglich einige 1880 angefertigte Zeichnungen beweisen, dass die ganze Kapelle einst mit beeindruckenden gotischen Malereien ausgestattet war.
Info
- Einwohnerzahl: 1342
- Größe: 9136602 Quadratmeter
Besonderheiten:
- 1991 Platz eins im Kreiswettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“
- Silber im Landeswettbewerb, Quelle der Marpe
- Naturdenkmal ehemaliger Steinbruch „Morgenstern“ * Glockenturm von 1906
- Betreuungspatenschaft für Grünbereiche
Infrastruktur
Grundschule, Kindergarten, vier Kinderspielplätze, Gemeindehaus, zwei Sportplätze, Luftgewehr- und Kleinkaliberschussanlage, Feuerwehrgerätehaus, Seniorenbegegnungsstätte, Sozialstation, Bäckerei, Biolandhof mit Laden, zwölf landwirtschaftliche Vollerwerbs- und vier Nebenwerbsbetriebe, eine Gaststätte, zwei Geldinstitute, eine Arzt, 26 Gewerbe- und Handwerksbetriebe
Vereine
Sportverein, Schützenverein, Gesangverein, Marpetaler Blaskapelle, Arbeiterwohlfahrt, Fahr- und Freizeitverein Stollberg, Alttraktorenverein, Feuerwehr
Großenmarpe im Internet: www.grossenmarpe.de
Dieser Artikel wurde mit freundlicher Genehmigung von der Lippischen Landes-Zeitung im Jahre 2000 übernommen und 2008 aktualisiert.
Zum Schluss noch ein paar Stichworte zum Ortsteil.

