Siebenhöfen

Wilbasen und Wohlfühl-Salon

Blomberg-Siebenhöfen. Ohne Auto geht in Siebenhöfen gar nichts. Nur einmal im Jahr kann der fahrbare Untersatz stehen bleiben. Dann gehen die Bewohner Siebenhöfens lieber zu Fuß: Wenn am zweiten Septemberwochenende Tausende von Besuchern gen Wilbasen pilgern, genießen die Siebenhöfener eindeutig einen Heimvorteil.

Siebenhöfen
Blühendes Rapsfeld in der Umgebung von Siebenhöfen, Foto: Rüdiger Haase

Ihr Besuch auf Ostwestfalen-Lippes größter Stoppelkirmes verläuft stressfrei: Keine langen Autoschlangen, keine vollen Pendelbusse, kein Feststecken im aufgeweichten Acker. Nur ein kurzer Fußmarsch, schon sind die Siebenhöfener mittendrin im Jahrmarkttrubel. Dass sich mit dem Wilbaser Markt auch Geld verdienen lässt, wissen die Anwohner schon lange. Zum Beispiel, in dem man sein eigenes Grundstück mal eben für vier Tage zur Parkfläche deklariert. Und wenn sich Besucher und Marktbeschicker über schlechtes Wetter ärgern, reiben sich die jungen Siebenhöfener nicht selten die Hände:

Jenseits der B1: Idylle, wunderschöne Häuser und weitläufige Gärten steigern die Lebensqualität der Siebenhöfener ganz erheblich.

Mit dem Trecker ziehen sie dann los, um in der Matsche festgefahrene Autos zu befreien – und verdienen sich gleich ein kleines Taschengeld für den Kirmesbesuch dazu. Die Traditionskirmes Wilbasen, entstand aus einem alten Heirats- und Viehmarkt, macht Siebenhöfen zwar bis weit über die Ortsgrenzen bekannt, doch das Leben in dem 98 Einwohner kleinen Ort ist auch oder gerade in der übrigen Zeit lebenswert. Dann nämlich wird jeder einzelne Tag in wunderschönen Häusern mit weitläufigen Gärten zu einem wahren Genuss. Ein Beispiel von vielen ist der Hof von Ingeburg Meier. Der Mühlenbach trennt ihren großzügigen Garten von einem einzigartigen Biotop, in dem viele Tiere ein Zuhause gefunden haben.

Wilbasen Riesenrad
Foto: Rüdiger Haase

Zwar ist die CDU-Ratsfrau keine gebürtige Siebenhöfenerin, doch das ist in dem kleinen Ort nichts Außergewöhnliches: gerade in den letzten Jahren sind einige Familien zugezogen. Sie alle wissen die Idylle ganz in der Nähe der Blomberger Kernstadt zu schätzen. Damit ist es allerdings vorbei, wenn man die Gärten verlässt: Die viel befahrene Bundesstraße 1 trennt Ober- von Unter-Siebenhöfen. Und wer, wie die Meiers, weiter gen Höntrup, also in Ober-Siebenhöfen, wohnt, hat zudem noch mit dem Verkehr und den Rasern auf der Ebsdorfer Straße zu kämpfen. Insofern hat Siebenhöfen – der Ort eben, der früher einmal aus sieben Höfen bestand – wenig gemeinsam mit einem Dorf im klassischen Sinne. Es gibt auch keine Vereine, keine Dorfgemeinschaftsaktionen. Jedoch: „Wenn wir auf unserem ,Marktplatz‘ alle paar Jahre einmal unser Dorffest veranstalten, sind alle mit von der Partie“, sagt Ingeburg Meier. Auch die Neubürger. Die haben dafür gesorgt, dass der Altersdurchschnitt in Siebenhöfen in jüngster Zeit wieder gesunken ist. Von den sieben Höfen werden nur noch zwei im landwirtschaftlichen Vollerwerb geführt.

Infos

  • Einwohnerzahl: 98
  • Größe: 3615016 Quadratmeter

Besonderheiten

  • Fischteiche
  • Traditionskirmes „Wilbaser Markt“ im September

Infrastruktur

zwei landwirtschaftliche Vollerwerbsbetriebe, einer mit Wurst- und Eierverkauf

Dieser Artikel wurde mit freundlicher Genehmigung von der Lippischen Landes-Zeitung im Jahre 2000 übernommen und 2008 aktualisiert.

Zum Schluss noch ein paar Stichworte zum Ortsteil.